New York umsonst: Museen

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In New York sind, wie in vielen anderen Städten auch, zahlreiche Museen umsonst. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten hat New York aber auf wenigen Quadratkilometern einige der berühmstesten Museen der Welt und mehrere der größten Museen der Welt.

Da viele New York-Besucher sich für die Stadt nur eine Woche Zeit nehmen und man eigentlich allein für die Museen einen Monat bräuchte, muss man also gut planen, damit man die Tage erwischt, an denen der Eintritt frei ist:

Metropolitan Museum Das größte Museum der westlichen Hemisphäre ist eigentlich ein Stadtteil für sich und kann unmöglich an einem Tag komplett besichtigt werden. Am besten sucht man sich eine Abteilung, auf die man sich konzentriert, mit einem abschließenden Spaziergang quer durch. Mein Favorit war immer die Kostümsammlung, bei der jede Modetante weiche Knie kriegt!
Im Met zahlt man immer, was man will. Es gibt zwar eine „recommended donation“, aber man kann auch einen Dollar oder einen cent zahlen – und dafür an einem Tag eine kunsthistorische Reise um die Welt machen.

The Cloisters Ein weniger bekannter Ableger des Met am hinterletzten Ende von Manhattan und daher viel zu selten von Touristen besucht, aber auf jeden Fall den weiten Weg nach Inwood wert! Allein die Lage im Fort Tryon Park mit Aussicht auf New Jersey, und dazu das einzigartig amerikanische Konzept des Museums, das ungefähr so geht: „Hey, nehmen wir einfach mehrere mittelalterliche Klöster aus verschiedenen europäischen Ländern, bauen sie dort ab stopseln sie in New York zu einem neuen Gebäude zusammen – und schon haben wir Platz für unsere mittelalterliche Kunstsammlung!“
Auch in The Cloisters zahlt man so viel oder so wenig man will.

Guggenheim Museum Eines der bekanntesten Museen für moderne Kunst. Ein Besuch lohnt sich jetzt erst Recht, nachdem die Sanierungsarbeiten an dem berühmten Frank Lloyd Wright-Bau abgeschlossen sind.
Das Guggenheim bietet auch „pay-as-you-wish“, allerdings nur an einem Abend in der Woche. Freitag Abend kann man ab 17:45 zahlen, was man will, und hat dann noch genügend Zeit, sich einen Überblick über die Sammlung zu verschaffen. Für einen wirklich ausgedehnten Besuch ist die Zeit dann allerdings zu knapp.

Frick Collection Die private Kunstsammlung befindet sich ebenfalls an der Museum Mile im Privathaus des inzwischen verstorbenen Stifters. Hier findes man hauptsächlich Malerei bis zum 19. Jahrhundert.
Umsonst ist das Museum nur Sonntags von 11:00-13:00, da kann man den Besuch wunderbar mit einem Spaziergang im Central Park verbinden.

The Morgan Library Das Museum für Büchernarren umfasst eine Sammlung mit zahlreichen wichtigen Manuskripten und Originalausgaben. Von der Gutenberg-Bibel, über Dickens, bis zu Bob Dylan, findet man hier das geschriebene Wort in unterschiedlichster Form.
Freitags von 19:00-21:00 ist der Eintritt zur Morgan Library umsonst.

The Museum of the City of New York Unter dem Museum der Stadt New York kann man sich erstmal nicht viel vorstellen, was vielleicht daran liegt, dass es nicht besonders spezialisiert ist. Mal geht es um Architektur, mal um Mode, Fotografie, Kunst oder Inneneinrichtung, immer in einem New Yorker Kontext natürlich.
Der Eintritt zum Museum of the City of New York ist Sonntags von 10:00-12:00 umsonst. Besonders nett (auch wenn es den meisten Besuchern nichts bringt). Nachbarn, also die Bewohner von East Harlem, haben immer freien Eintritt, wenn sie am Eingang “I’m a neighbor” sagen.

The Studio Museum in Harlem Das kleine, feine Kunstmuseum sieht sich als lebendigen Ort für den künstlerischen Austausch der schwarzen Gemeinde, schwarzer Künstler und von afroamerikanischer Kultur geprägter Kunst. Da es sehr klein ist, verbindet man den Besuch am besten mit einem ausführlichen Harlem-Rundgang – das legendäre Apollo ist zum Beispiel gleich um die Ecke.
Sonntags von 12:00-18:00 ist der Eintritt im Studio Museum in Harlem kostenlos.

Brooklyn Museum Das zweitgrößte Museum in New York liegt zwar ein wenig ab vom Schuss, aber dafür direkt neben dem Brooklyn Botanic Garden und dem Prospect Park gelegen, die beide auch einen Besuch wert sind.
Am ersten Samstag im Monat von 17:00-23:00 ist der Eintritt umsonst und es wird meistens ein spezielles Programm geboten.

American Folk Art Museum Vom kleinen, sehr feinen Museum für Naive Kunst kann man quasi zum MoMA spucken, aber einen eigenen Besuch ist es nicht nur deswegen wert.
Freitags von 17:30-19:30 ist nicht nur der Eintritt zum American Folk Art Museum frei, es gibt am Free Music Friday auch kostenlose Konzerte im Atrium, die der Besucher auf allen Etagen hört, während er durch die Ausstellung geht.

Museum of the Moving Image Das schöne Filmmuseum liegt zwar nicht gerade zentral und freien Eintritt gibt’s auch nicht.
Dafür kostet der Eintritt nur 5 Dollar und dafür bekommt man nicht nur die Dauer- und Sonderausstellungen, sondern Zutritt zu den Filmvorführungen, die immer wieder echte Perlen aus dem Archiv zeigen.

The Museum of FIT Klingt zwar wie ein extrem narzisstisches Fitnesscenter, ist aber das Modemuseum des Fashion Institute of Technology. Für Modefans ein muss, denn die Ausstellung ist zwar klein, zeigt aber immer wieder traumhafte Funstücke aus der Sammlung des Instituts.
Der Eintritt zum Museum of FIT ist immer umsonst!

Museum of Modern Art Das MoMA ist eines der bekanntesten New Yorker Museen und eigentlich ein Pflichtbesuch. Es ist zwar nicht riesig, dafür aber Heimat wichtiger moderner Kunstwerke, die man zwar schon tausendfach auf Postkarten und Kalenderblättern gesehen hat, aber die in Echt eben doch ganz anders wirken.
Um Freitags von 16:00 bis 20:00 umsonst ins MoMA zu kommen, sollte man zeitig kommen und sich nicht von der immer riesigen Schlange abschrecken lassen (sie bewegt sich schnell).

PS1 Der zeitgenössische Ableger des MoMA in Brooklyn veranstaltet neben den normalen Ausstellungen regelmäßig Events und Konzerte, bei denen die lokalen Hipster sich die Ehre geben. PS1 versteht sich auch weniger als Museum, eher als experimenteller Ausstellungsraum. Die Tatsache, dass sich generell eher weniger Touristen nach Brooklyn verirren, kommt dem Museum eher zugute.
Mit einem MoMA-Ticket kommt man bis zu 30 Tage lang kostenlos ins PS1.

Die Neue Galerie Ein Museum für deutsche und österreichische Kunst genießt in New York natürlich Exotenstatus. Auch wenn wir davon hier genug haben, ist das Stadthaus an der Upper East Side allemal einen Besuch wert.
Umsonst kommt man zwar nicht in die Ausstellung der Neuen Galerie, dafür aber ins hauseigene „Wiener Kaffeehaus“ Sabarsky, wo man prima Upper Eastsider kucken und Apfelstrudel essen kann.

New Museum of Contemporary Art Das Museum für zeitgenössische Kunst ist seit 2007 im gewagten Repräsentationsbau an der Bowery daheim, unweit vom CBGBs
Der Eintritt des New Museum ist leider nur für junge Besucher umsonst (unter 18).

– A propos CBGB Der legendäre Punk-Club ist jetzt auch so eine Art Museum. Er wird seit dem endgültigen Aus als Modeladen voller Punk-Memorabilia weitergeführt. Für die einen kommt das einem Ausverkauf gleich, die anderen sind froh, dass das CBGBs wenigstens – wenn auch in anderer Form – erhalten bleibt.
Der Eintritt ist natürlich umsonst – die Kundschaft soll sich aber im Idealfall nicht nur umsehen, sondern auch Designer-Jeans kaufen.

Socrates Sculpture Park Der Begriff Museum trifft auf den Skulpturenpark nicht wirklich zu. Es ist eben ein Park, den Künstler als Freiluft-Studio und gleichzeitig als Ausstellungsraum nutzen. Reizvoll ist vor allem die wilde Mischung verschiedenster Stilrichtungen. Ein Besuch bietet sich in Verbindung mit einem Abstecher ins Museum of the Moving Image an (beide in Astoria/Queens).
Der Skulpturenpark kostet keinen Eintritt und wenn man Glück hat, kann man nicht nur die Kunstwerke besichtigen, sondern auch die Künstler bei der Arbeit beobachten.

Whitney Museum of American Art Das Museum mit seiner Sammlung zeitgenössischer amerikanischer Kunst ist in einem ziemlich spektakulären Gebäude an der Madison Avenue beheimatet.
Ins Whitney kommt man Freitags von 18:00-21:00 unsonst.

Museum of Natural History Das Naturkundemuseum ist spätestens seit Nights at the Museum auch bei den Kids ein Hit. Die berühmtesten Exponate wie den T-Rex und den Riesenwal kennt man auch aus zahlreichen anderen Filmen.
Im Museum of Natural History ist immer pay-as-you wish.

Kostenlosen oder reduzierten Eintritt zu zahlreichen Museen bekommt man übrigens auch mit dem New York Pass. Die Anschaffung sollte man sich allerdings gut überlegen, denn die 75 Dollar lohnen sich nur, wenn man an dem einen Tag wirklich viele Angebote wahrnimmt.

Einige kleine Museen haben immer freien Eintritt – hier eine Übersicht.

    3 thoughts on “New York umsonst: Museen

    • 24. Februar 2009 um 14:49
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      Super, der Artikel ist wirklich toll. Da freu ich mich noch viel mehr auf meine Reise Ende Mai!

    • 24. Februar 2009 um 16:58
      Permalink

      @Andi

      Merci! Das motiviert mich natürlich, mein kleines Blogchen noch mehr zu pflegen :) Bald kommt auf jeden Fall mehr, also schau vor Abreise nochmal vorbei!

      Und: viel Spaß in New York!

    • 25. Februar 2009 um 14:32
      Permalink

      kleiner Tipp zum MoMA: wer sich am Freitag die kostenlose Eintrittskarte holt, kann sich damit auch gleich ein Ticket für das MoMA-Kino geben lassen. Also nach Museum umsonst noch ein Film umsonst. Da kommen dann natürlich keine Blockbuster, aber oft sehr, sehr gute Dokus, Kunstfilme und Klassiker etc.
      Das aktuelle Kinoprogramm findet Ihr auf der MoMA-Webseite

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