Billiger übernachten in New York: Bowery House

Das Bowery House ist eins meiner Lieblings-Budget-Hotels in New York. Wer’s gern ein bisschen billiger hätte als im Jane, aber trotzdem in einem historischen Gebäude mit ganz viel Old New York-Patina übernachten will und bereit ist, mehr zu zahlen als in einem stinknormalen Hostel, der ist hier genau richtig.

Das Bowery House
Vorteile

  • Fantastische Lage – in dieser Preisklasse fast unschlagbar
  • Historisch und stilvoll
  • Großzügige, gepflegte Gemeinschafträume
  • Tolle Dachterrasse und gute Gastro im Haus
  • Wunderschöne, alte Bäder mit hochwertigen Kosmetika
  • Hotelflair zu gehobenen Hostel-Preisen
  • Freundliches und hilfreiches Personal

Nachteile

  • Die Zimmer sind eher Schlafkabinen (werden aber auch als „Cabins“ bezeichnet)
  • Die Wände sind nachBowery House Einzelzimmer oben hin statt Decke nur mit einer Art Holzgitter abgeschlossen, so dass man trotz Privatzimmer viel von den umliegenden Nachbarn mitbekommt (zum Beispiel Geräusche und Licht)
  • Ruhiger Schlaf nur mit Ohrstöpseln und Schlafbrille

 

Das in Lower Manhattan gelegene Gebäude blickt auf 90 Jahre Gästehaus-Geschichte zurück. Ursprünglich als ganz normales Hotel eröffnet, wurde es im zweiten Weltkrieg zum Kriegsrückkehrer-Heim umgebaut. Aus dieser Zeit stammen auch die eingezogenen Holzwände, die die winzigen „Zimmer“ von einander trennen. Man hat also – weder von der Größe noch vom Gefühl her wirklich ein eigenes Zimmer. Man hat zwar seine eigenen vier Wände, kann die Tür zu machen und sein Zeug ausbreiten, aber es trennt einen nur wenig von den Zimmernachbarn. Da ich in New York nie viel Zeit im Hotel, geschweige denn im Zimmer, verbringe, ist die Größe kein Problem und die Geräuschkulisse hält sich zumindest so in Grenzen, dass ich mit Ohrstöpseln bestens schlafen kann.
Bowery House Eingang
Die kleinen Nachteile macht das Bowery House außerdem durch zahlreiche Vorteile wett. Die Lage ist so gut wie unschlagbar – von NoLita sind die Lower East Side, das East Village, SoHo, Little Italy und TriBeCa schnell zu Fuß erreichbar. Wer nichts gegen ausgedehnte Stadt-Spaziergänge hat, der kann von hier aus in etwa einer Stunde zum Central Park oder zum Battery Park an der Südspitze Manhattans laufen. Die besten Restaurants, Cafes und Bars für jeden Geschmack finden sich in den umliegenden Bezirken, die besten Shopping-Meilen, Wochen- und Künstler-Märkte liegen in der Nähe und eins der populärsten Museen New Yorks ist direkt auf der anderen Straßenseite. Für größere Ausflüge gibt es in der Nähe etwa ein Dutzend Subway-Linien in alle Himmelsrichtungen.

Wer sich doch mal längere Zeit im Haus aufhalten will, hat die Wahl zwischen einem im Cafe-Stil eingerichteten Raum, der perfekt zum Arbeiten ist, der Lounge neben dem Checkin-Desk, mit bequemen Sofas, TV und einer beeindruckenden Auswahl von hochwertigen Büchern und Magazinen…. und natürlich dem Highlight für laue Sommerabende: der riesigen Dachterrasse!

Bowery House DachterrasseEs gibt auch ein recht schickes Restaurant im Gebäude, aber da es in der näheren Umgebung nicht an fantastischer Gastronomie mangelt, bin ich nie dazu gekommen, dort zu essen.

Fazit: Das Bowery House ist nicht ganz billig, und man bekommt für den relativ günstigen Preis etwas, das sich eher zwischen Hotel und Hostel bewegt. Wer wirklich sparen will, ist in einem Hostel besser aufgehoben; wer ein richtiges (Budget-)Hotel sucht, dem sei das Jane empfohlen. Wer aber vor allem Wert auf Lage und Style legt und nicht allzu lärmempfindlich ist, der kann von diesem Hau an der Bowery New York ideal erkunden.

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